Am 09. April 2024 fand die 13. Mitgliederversammlung der Initiative Bundesplatz e.V. statt. Der Vorstand wurde neu gewählt und besteht wie bisher aus Birgitta Berhorst, Ursula Pattberg und Bernhard Strohmayer, die sich für die Wahl sehr bedanken. Den Bericht des Vorstands über das Jahr 2023 finden Sie in diesem Beitrag.
Bericht des Vorstands über das Jahr 2023
Den Bundesplatz und seine Umgebung bis hin zur Tunnelschließung lebenswerter zu gestalten, ist weiterhin das Ziel der Initiative Bundesplatz. Auch 2023 hat der Vorstand zahlreiche Aktivitäten unternommen, um diesem Ziel näher zu kommen. Da der neu gewählte Senat andere Prioritäten als die Vorgängerregierung hat, sind wir dem Ziel der Tunnelschließung leider nicht näher gerückt. Eher im Gegenteil, hat uns die Senatsverwaltung für Verkehr doch wissen lassen „Bezogen auf die Bundesallee ist zu beachten, dass diese eine große, durchgängigen Achsen im dichten städtischen Gebiet des Berliner Südwestens ist und eine wichtige Bündelungsfunktion (Sammel- und Verteilerfunktion) für diesen Stadtraum aufweist. Die nachweisbar erheblichen Verkehrsmengen in die Bundesallee unterstreichen die verkehrliche Funktion dieser Nord-Süd-Richtung verlaufende Straße, über die viele Verkehrsbeziehungen der Ortsteile Wilmersdorf und Friedenau führen.“ Zurück in die 60er Jahre! Auf Anregung der Initiative Bundesplatz hatte der Bezirk eine Vorstudie zur Umgestaltung des Bundesplatzes beim Büro Spath/Nagel in Auftrag gegeben. Herr Schruoffeneger hatte die Ergebnisse Ende 2022 bei einem Bundesplatztreffen aus Sicht des Bezirks bewertet und sich für die „Hufeisenvariante“ ausgesprochen. Der Vorteil dieser Studie besteht in einem zweistufigen Vorgehen, wobei bereits mit der ersten Stufe des Umbaus der Kreuzung Bundesplatz, Wex-/Detmolder Straße ein erheblicher Flächengewinn verbunden wäre. Im Januar 2023 wurden die Ergebnisse im Ausschuss Ordnungsangelegenheiten und Verkehr vorgestellt. Es wurden verschiedene Gespräche mit Politikern geführt, um die Chancen für eine Machbarkeitsstudie noch in der aktuellen Legislaturperiode auszuloten. Erfolgreicher waren Unternehmungen auf dem Bundesplatz und darum herum. Viel Lob bekommt die Initiative für die gärtnerische Gestaltung des Platzes und die Pflege durch ihre Mitglieder. Durch regelmäßige Einsätze ist der Platz zu fast jeder Jahreszeit durch die vielen Blumen eine Augenweide – sieht man von der permanenten Vermüllung ab. Mit dem Grünflächen- und Tiefbauamt wurde im März eine neue Pflegevereinbarung abgeschlossen. Seither werden die gesammelten Grünabfälle von beauftragten Unternehmen des Bezirks abgeholt. Noch nicht alle vereinbarten neuen Aufgaben wurden vom Bezirk umgesetzt. Nach wie vor ist die Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt und der BSR gut. In Anerkennung dieser Bemühungen hat das Restaurant Scenario am Bundesplatz im Dezember die aktiven Mitglieder zu einem leckeren Vorspeisenbüffet eingeladen. Um auf das Problem der Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen, hat die Initiative zwei Bänke rote gestrichen und mit der Aufschrift „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen“ versehen. Zur Einweihung der Bänke am 24. Oktober sprach die Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch. Die Gruppe „One Billion Rising“ konnte für eine Tanzperformance gewonnen werden.
Nadin Reschke organisierte am 1. Juli eine darstellende Lesung zur feministischen Stadt auf dem Bundesplatz, die sich an eine interessierte Öffentlichkeit wandte. Die überwiegend von Franziska Kuczmera, Michaela Kröger und Anja Müller am 21. Juni organisierte „Fete de la Musique“ wurde bei strahlendem Wetter von vielen Menschen besucht. Die Initiative war mit einem Kuchenstand vertreten und hat den Tombola-Stand betreut. Der Tag hat mal wieder gezeigt, was der Bundesplatz sein könnte, wenn er nicht bloß ein „Straßenbegleitgrün“ wäre, sondern durch eine andere Verkehrssituation in den Alltag des Kiezes einbezogen werden könnte.
Auch die Flohmärkte am 27. Mai und am 7. Oktober stießen auf große Resonanz bei Verkäuferinnen und Verkäufern und bei interessierten Besucherinnen und Besuchern. Auch 2024 wird die Initiative wieder zwei Flohmärkte veranstalten. Weniger erfolgreich war leider der Versuch zum Tag des Ehrenamtes am 5.12. Interessierte mit Plätzchen und Glühwein für die Initiative zu gewinnen. Es war kalt und hat trotzdem Spaß gemacht.
Zur Berlinfilmreihe in Kooperation mit dem Bundesplatzkino konnten von Mal zu Mal mehr Besucherinnen und Besucher begrüßt werden. Ein Mitglied des Vorstandes begrüßt vor jeder Vorstellung und stellt einen Aspekt der Arbeit der Initiative vor. Besonders beliebt sind die Filme aus der Reihe Berlin – Ecke Bundesplatz. Mitglieder der Initiative sehen sich auch in der Verantwortung für die auf Anregung der Initiative verlegten Stolpersteine und putzen die Steine regelmäßig. An den angebotenen Führungen zu den Geschichten hinter den Stolpersteinen nahmen jeweils etwa fünfzehn Menschen teil.
Nach wie vor ist die Initiative im Netzwerk Menschengerechte Stadt aktiv und nimmt an den zweimonatlichen Treffen teil. Die einzelnen Initiativen sind unterschiedlich erfolgreich in der Verwirklichung ihrer Anliegen. Aber die Brücke am Breitenbachplatz soll endlich abgerissen werden. Der Erfolg liegt nicht am fehlenden Engagement der einzelnen Initiativen, sondern an der unendlichen Langsamkeit und dem Beharrungsvermögen des Gegenübers. Gemeinsam hat das Netzwerk am Nachbarschaftsfest in der Straße am Volkspark teilgenommen, die Initiative mit einem Glücksrad.
Der Vorstand hat sich zehnmal zu seiner monatlichen Sitzung getroffen. Neben den organisatorischen Themen gab es auch aktive Kommunikation in den Verein hinein, indem z.B. alle Mitglieder per Post angeschrieben wurden. Im Anschreiben gab es Hinweise auf die neugestaltete Homepage, den Online-Terminkalender, sowie auf die in der letzten Mitgliederversammlung überarbeitete Satzung. Die Initiative Bundeplatz hat aktuell etwa 150 Mitglieder. Außerdem hat der Vorstand an zahlreichen Vernetzungstreffen und Treffen mit Kooperationspartnern sowie Politikerinnen und Politikern teilgenommen.
