Kul­tur­pro­jekt:
1920 Kai­ser­platz | Bun­des­platz 2020

Herz eines städ­te­bau­li­chen Gesamtkunstwerkes?

Bei­trags­bild: © bpk / Fried­rich Seidenstücker

Der in den Zwan­zi­gern umge­stal­te­te Kai­ser­platz ist nur einer der vie­len ver­lo­re­nen Plät­ze des moder­nen, mitt­ler­wei­le weit­ge­hend ver­ges­se­nen Gar­ten­künst­lers Richard Thie­me. Sei­ne 42 Jah­re lan­ge wäh­ren­de Tätig­keit für die Grün­ge­stal­tung Wil­mers­dorfs war sein Lebens­werk. Wäh­rend die in der Hälf­te der Zeit ent­stan­de­nen Grün­an­la­gen sei­nes berühm­ten Kol­le­gen Erwin Barth in Char­lot­ten­burg zum Groß­teil erhal­ten bzw. rekonstruiert
wer­den konn­ten, sind Thie­mes Wil­mers­dor­fer Platz­ge­stal­tun­gen gänz­lich in Ver­ges­sen­heit gera­ten und wer­den sprich­wört­lich vom Ver­kehr überrollt.

Bereits 1928 zeugt ein Luft­bild von der durch­gän­gi­gen, hoch­wer­ti­gen Grün­ge­stal­tung des Bezirks: Rings um den dama­li­gen Kai­ser­platz doku­men­tie­ren moder­ne Grün­an­la­gen mit Kin­der­spiel­be­rei­chen und aus­dau­ern­den Stau­den­pflan­zun­gen, wohl­pro­por­tio­nier­te Stadt­stra­ßen mit grü­nem Gleis­bett und Vor­gar­ten­zo­nen das stil­le Werk Richard Thie­mes. Ledig­lich im mitt­le­ren Teil des Volks­par­kes konn­te er sei­ne Ideen nie umsetzen. 

Die als Carstenn‘sche Figur berühmt und beliebt gewor­de­ne Wohn­ge­gend um den Bun­des­platz ist in ihren Grund- und Stra­ßen­zü­gen weit­ge­hend erhal­ten geblie­ben. Sie lebt wei­ter­hin von ihren indi­vi­du­ell gestal­te­ten Stadt­plät­zen und beson­de­ren Stra­ßen­ver­läu­fen, die der Wege­füh­rung in einer Park­an­la­ge ähneln. Der Ver­lust von frei­raum­pla­ne­ri­schen Qua­li­tä­ten wird zumeist mit Kriegs­schä­den erklärt. De fac­to wur­den die­se Qua­li­tä­ten jedoch erst in den Sech­zi­gern dem Auto­ver­kehr, der soge­nann­ten „Auto­ge­rech­ten Stadt“ geop­fert. Dage­gen pro­tes­tie­ren neben der Initia­ti­ve Bun­des­platz fünf wei­te­re Initia­ti­ven im Süd­wes­ten Ber­lins, die sich zu dem Netz­werk „Men­schen­ge­rech­te Stadt“ zusam­men­ge­schlos­sen haben.

Rund­gang mit 11 Stationen

Ein Rund­gang mit 11 Sta­tio­nen und 25 Bil­dern erzählt den »Platz vol­ler Geschich­ten« aus dem Blick­win­kel der berühm­ten, am Platz woh­nen­den und arbei­ten­den Foto­gra­fen Fritz Eschen und Fried­rich Sei­den­stü­cker – ergänzt durch Bil­der aus dem Lan­des­ar­chiv Berlin.

Über­blick Sta­ti­on 6
Sta­ti­on 1 Sta­ti­on 7
Sta­ti­on 2 Sta­ti­on 8
Sta­ti­on 3 Sta­ti­on 9
Sta­ti­on 4 Sta­ti­on 10
Sta­ti­on 5 Sta­ti­on 11


The­men der ein­zel­nen Stationen

Sta­ti­on 1  

1.0—Kunsthochschule im Verwaltungsgebäude


Sta­ti­on 2  

2.0—Ein Kind bläst Seifenblasen

2.1—Ein Ort für Bedürfnisse


Sta­ti­on 3

3.0—Ein Paar fährt Fahrrad

3.1—Drei Män­ner auf einer Stehleiter


Sta­ti­on 4

4.0—Zwei Kin­der, ein Rol­ler und eine Litfaßsäule

4.1—Drei Kin­der und ein Roller


Sta­ti­on 5

5.0—Eine prall gefüll­te Ledertasche


Sta­ti­on 6

6.0—Lange Schlan­ge vor dem Pilsator


Sta­ti­on 7

7.0—Ganz schön verzettelt

7.1—Das geteil­te Haus

7.2—»Macht das Tor auf!«

7.3—Die Bar­rie­re bekommt Verstärkung

7.4—Mittelstützen für den Ring

7.5—Tunnel von unten

7.6—Tunnel von oben


Sta­ti­on 8

8.0—Ich will hier ein­fach nur sitzen


Sta­ti­on 9

9.0—Sichtlich frös­telnd


Sta­ti­on 10 (Fried­rich Seidenstücker)

10.0—Alltag am Kai­ser­platz 16 / 17

10.1—Kaiserplatz 16 – zwei­ter Hin­ter­hof – Gartenhaus

10.2—Seidenstückers Gar­ten­haus­bal­kon

10.3—Sommer vorm Balkon

10.4—Brandwand um Brandwand

10.5—Stein für Stein


Sta­ti­on 11

11.0—Berlin, Ecke Bundesplatz 


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