Gedenk­ta­fel für Foto­graf Sei­den­stü­cker wird am 20. Sep­tem­ber ent­hüllt

Friedrich Seidenstücker, Vor Wertheim, um 1935 Copyright: Berlinische Galerie, Museum für Moderne Kunst
Fried­rich Sei­den­stü­cker, Vor Wert­heim, um 1935 Copy­right: Ber­li­ni­sche Gale­rie, Muse­um für Moder­ne Kunst
Friedrich Seidenstücker, Im Grunewald (Selbstporträt), 1960 Copyright: Berlinische Galerie, Museum für Moderne Kunst
Fried­rich Sei­den­stü­cker, Im Gru­ne­wald (Selbst­por­trät), 1960 Copy­right: Ber­li­ni­sche Gale­rie, Muse­um für Moder­ne Kunst

(SP) Sei­ne mit sub­ti­lem Humor aus­ge­führ­ten Foto­gra­fi­en aus der Zwi­schen­kriegs­zeit und sei­ne bewe­gen­den Auf­nah­men des zer­stör­ten Ber­lins haben Welt­be­deu­tung erlangt, die Ber­li­ner lieb­ten ihn für sei­ne ein­fühl­sa­men Foto­stu­di­en der Tie­re im Zoo­lo­gi­schen Gar­ten: Fried­rich Sei­den­stü­cker gilt zurecht als einer der bedeu­tends­ten Foto­gra­fen Ber­lins des 20.Jahrhunderts – und er wohn­te fast sechs Jahr­zehn­te von 1909 bis zu sei­nem Tode 1966 am Bun­des­platz. Zur Erin­ne­rung an einen der berühm­tes­ten Bewoh­ner des Bun­des­plat­zes ent­hüllt die Initia­ti­ve Bun­des­platz e.V. am 20.September um 11.00 Uhr eine Gedenk­ta­fel am Haus Nr. 17.

Friedrich Seidenstücker, Herbst im Zoo, afrikanisches Nashorn, um 1955 Copyright: Berlinische Galerie, Museum für Moderne Kunst
Fried­rich Sei­den­stü­cker, Herbst im Zoo, afri­ka­ni­sches Nas­horn, um 1955 Copy­right: Ber­li­ni­sche Gale­rie, Muse­um für Moder­ne Kunst

Es wird die Ent­hül­lung bereits der zwei­ten Gedenk­ta­fel für einen bekann­ten Bun­des­platz-Bewoh­ner sein. Im Dezem­ber 2013 hat­te die Initia­ti­ve eine Tafel für den Vater des Diercke-Atlas, Carl Diercke, am Haus Bun­des­platz 12 instal­liert. Die Initia­ti­ve will mit die­sen Gedenk­ta­feln ins­be­son­de­re dar­auf hin­wei­sen, dass der Bun­des­platz in der Ver­gan­gen­heit ein belieb­ter Wohn­stand­ort war, des­sen Lebens­qua­li­tät zahl­rei­che bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten ange­zo­gen hat. Mit der Arbeit der Initia­ti­ve Bun­des­platz soll erreicht wer­den, dass der heu­te durch städ­te­bau­li­che Miss­stän­de gepräg­te Platz in Zukunft wie­der ein attrak­ti­ver Ort zum Leben und Arbei­ten wird.

Das Gruß­wort in der Fei­er­stun­de wird der Lei­ter der Foto­gra­fi­schen Samm­lung der Ber­li­ni­schen Gale­rie, Ulrich Dom­rö­se, hal­ten und an das umfas­sen­de Werk Fried­rich Sei­den­stückers erin­nern. Die Ber­li­ni­sche Gale­rie hat­te mit einer viel­be­ach­te­ten Aus­stel­lung im Jahr 2011 die Erin­ne­rung an Ber­lins gro­ßen Foto­gra­fen, der nach sei­nem Tode in Ver­ges­sen­heit gera­ten war, wie­der­be­lebt. Die Idee der Initia­ti­ve Bun­des­platz zur Anfer­ti­gung und Instal­la­ti­on der Gedenk­ta­fel wur­de von der Eigen­tü­me­rin des Hau­ses Bun­des­platz 17, der Ide­al Ver­si­che­rung und vie­len Klein­spen­dern unter­stützt.

Zu Fried­rich Sei­den­stü­cker (Quel­le: Wiki­pe­dia):
Sei­den­stü­cker stu­dier­te zwi­schen 1901 und 1903 zunächst Maschi­nen­bau in Hagen. 1904 setz­te er sein Stu­di­um an der König­lich Tech­ni­schen Hoch­schu­le Char­lot­ten­burg fort, beschäf­tig­te sich aber auch schon mit Bild­haue­rei und Foto­grfie. 1918 nahm er ein Stu­di­um der Bild­haue­rei an der Hoch­schu­le der Bil­den­den Küns­te bei dem Tier­bild­hau­er August Gaul auf. Ab 1923 arbei­te­te Sei­den­stü­cker als frei­er Bild­hau­er und Foto­graf in Ber­lin. Er mach­te sich in der Zeit der Wei­ma­rer Repu­blik vor allem als Tier­fo­to­graf des Zoo­lo­gi­schen Gar­tens Ber­lin, mit Moti­ven aus dem Ber­li­ner All­tags­le­ben und Akt­por­träts einen Namen. 1930 wur­de er fes­ter Mit­ar­bei­ter des Ull­stein Ver­lags. Sei­ne Auf­nah­men erschie­nen in Maga­zi­nen wie die neue linie, der Ber­li­ner Illus­trir­ten Zeitund oder Die Woche. Nach 1945 war Sei­den­stü­cker wie­der frei­er Foto­graf in Ber­lin. Bekannt wur­den aus die­ser Zeit vor allem sei­ne Foto­se­ri­en über das zer­stör­te Ber­lin, ins­be­son­de­re über den Tier­gar­ten.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über Fried­rich Sei­den­stü­cker erhal­ten Sie auf der Web­site der Ber­li­ni­schen Gale­rie.