End­lich wie­der zu sehen: Aus­stel­lung von Foto­gra­fien von Fritz und Klaus Eschen

Rund um den Kaiserplatz“VON MEI­NEM VATER HABE ICH SEHEN GELERNT!
Foto­gra­fien aus der Nach­kriegs­ge­schich­te unse­rer Stadt von Fritz und Klaus Eschen. Aus­stel­lung im Kurt-Schu­ma­cher-Haus vom 11. März bis 10. April 2015

FRITZ ESCHEN (1900 – 1964) und KLAUS ESCHEN (*1939), Vater und Sohn, die bei­de jahr­zehn­te­lang am Kai­ser- und Bun­des­platz leb­ten, haben mit ihren Foto­gra­fien Ber­li­ner Stadt­ge­schich­te geschrie­ben. Bei­de waren Fla­neu­re, sie durch­wan­der­ten die sich all­täg­lich ver­än­dern­de Stadt, in der sie zu Hau­se waren und die sie lieb­ten. Mit ihrer Kame­ra wur­den sie zu bewun­der­ten Chro­nis­ten Ber­lins und des heu­ti­gen Bun­des­plat­zes.

Klaus Eschen sagt von sei­nem Vater, er war für mich der bes­te Foto­graf der Welt. FRITZ ESCHEN begann in der Wei­ma­rer Repu­blik als Pres­se­fo­to­graf. Sei­ne Bild­re­por­ta­gen wur­den berühmt. Als Jude durf­te er ab 1938 nicht ein­mal mehr eine Kame­ra besit­zen. Er wur­de zur Zwangs­ar­beit ein­ge­setzt. Vie­le Mit­glie­der sei­ner Fami­lie wur­den ermor­det. Nach der Befrei­ung Deutsch­lands 1945 griff er sofort wie­der zur Kame­ra und beschrieb das Über­le­ben im zer­stör­ten Ber­lin. Sei­ne Foto­gra­fien der Jah­re 1945 bis 1955 sind in dem Bild­band “Ber­lin unterm Not­dach” doku­men­tiert (Lehms­tedt Ver­lag, Leip­zig, Zwei­te Auf­la­ge, 2013).

KLAUS ESCHEN, Jurist, wur­de bekannt als Mit­grün­der des “Sozia­lis­ti­schen Anwalt­kol­lek­tivs” 1969. Die­sem Zusam­men­schluss Ber­li­ner Rechts­an­wäl­te ging es in den 1970er Jah­ren dar­um, “die Grund­sät­ze des Rechts­staats in den juris­ti­schen All­tag zu holen”. Die Foto­gra­fien von Klaus Eschen ent­stan­den neben sei­nem beruf­li­chen Enga­ge­ment als Anwalt und Ber­li­ner Ver­fas­sungs­rich­ter. In ihrer Nüch­tern­heit, ihrer Spon­ta­nei­tät und ihrer Genau­ig­keit fol­gen sie der künst­le­ri­schen Aus­strah­lung der Bil­der sei­nes Vaters. Bei­de geben in schwarz/weiß ein Bild der Geschich­te Ber­lins, das uns bewegt.

Peter von Becker schreibt im Tages­spie­gel (30. April 2011): “Klaus Eschen ist Jurist, ein Anwalt der deut­schen Zeit­ge­schich­te, dazu ein Foto­graf – von Kin­de­sau­gen an. Denn sein Vater Fritz Eschen war bis 1933 einer der bes­ten Foto­re­por­ter Ber­lins, wur­de von den Nazis ver­folgt, über­leb­te und hat­te wie­der Erfolg”.

Eine Aus­stel­lung in Koope­ra­ti­on mit der Deut­schen Foto­thek in der SLUB Dres­den im Rah­men des Archivs der Foto­gra­fen

Ver­nis­sa­ge: am Mitt­woch, 11. März 2015, 19:30 Uhr

Begrü­ßung: Win­fried Sühlo
Ein­füh­rung: Jens Bove, Dres­den

Gale­rie im Kurt-Schu­ma­cher-Haus
Ber­lin-Mit­te, Mül­ler­stra­ße 163, U- und S‑Bhf. Wed­ding

Dau­er der Aus­stel­lung: 11. März bis 10. April 2015

Öff­nungs­zei­ten : Mi, Do, Fr, 16 – 18 Uhr und nach tel. Ver­ein­ba­rung (030 – 883 7914 + 4692 150)

Bil­der sind zu sehen unter www​.kul​tur​-in​-ber​lin​.com