Fern­gü­ter­zü­ge kom­men: Bahn lehnt früh­zei­ti­gen Dia­log mit Bür­gern ab / Kein Lärm­schutz mit hohem Stan­dard geplant.

Die Deut­sche Bahn AG zeigt kei­ne erkenn­ba­re Bereit­schaft, die Anwoh­ner über den geplan­ten Bau einer Güter­fern­ver­kehr-Tras­se, par­al­lel zum S‑Bahn Süd­ring, aktiv und früh­zei­tig zu infor­mie­ren. Auch einen Lärm­schutz mit hohem Stan­dard lehnt sie ab. Das geht aus der Ant­wort des Bezirks­am­tes Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf auf eine Anfra­ge von Alex­an­der Kaas Eli­as, Mit­glied derBVV-Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­ne und der Initia­ti­ve Bun­des­platz e.V., her­vor.

1. Inwie­weit wur­de das Bezirks­amt in die Pla­nun­gen der Deut­schen Bahn AG ein­be­zo­gen, nun doch den süd­west­li­chen Schie­nen­in­nen­ring für Fern­zug­ver­kehr zu ertüch­ti­gen?
Eine Ein­be­zie­hung des Bezirks­am­tes in die Pla­nun­gen hat es im Sin­ne der Anfra­ge nicht gege­ben. Zu einem frü­he­ren Zeit­punkt (ca. 2012) hat es auf Fach­ebe­ne Vor­ab­stim­mun­gen sei­tens der DB mit dem Umwelt- und Natur­schutz­amt hin­sicht­lich boden­schutz- und natur­schutz­recht­li­cher Fra­gen gege­ben (Umgang mit Bodenverunreinigungen/ Boden­aus­hub, mit zu ent­fer­nen­den Vege­ta­ti­ons­be­stän­den). Die­se Gesprä­che wur­den sei­tens der DB nicht wei­ter­ge­führt. Das Bezirks­amt hat von den wie­der auf­ge­grif­fe­nen Pla­nun­gen ledig­lich aus der Pres­se erfah­ren.

Als Bau­herr und Trä­ger des Vor­ha­bens fun­giert bei der­ar­ti­gen Vor­ha­ben in der Regel die DB Netz AG, die sich übli­cher­wei­se der DB Pro­jekt­bau als pla­nen­dem und bau­lei­ten­dem Dienst­leis­ter bedient. Geneh­mi­gungs­be­hör­de für Plan­ge­neh­mi­gungs- bzw. Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren ist das Eisen­bahn­bun­des­amt. Die Senats­ver­wal­tung fun­giert – ähn­lich wie das Bezirks­amt – for­mal nur als Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge.

2. Wel­che Mög­lich­kei­ten sieht das Bezirks­amt, die Deut­sche Bahn AG und/oder die zustän­di­ge Senats­ver­wal­tung dahin zu bewe­gen, die betrof­fe­nen Anwohner/innen über die Bau­maß­nah­men und den zu erwar­ten­den Ver­kehr zu infor­mie­ren als auch einen Lärm­schutz mit hohen Stan­dards zu errich­ten?
Das in der Anfra­ge for­mu­lier­te Anlie­gen war Gegen­stand des BVV-Beschlus­ses 0530/4. Aus der dazu im Jahr 2013 geführ­ten Kor­re­spon­denz kann geschluss­fol­gert wer­den, dass sei­tens der DB AG kei­ne erkenn­ba­re Bereit­schaft für eine akti­ve und früh­zei­ti­ge Anwoh­ner­in­for­ma­ti­on besteht. Soll­te jedoch ein Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren erfor­der­lich wer­den, so bestehen gesetz­li­che for­ma­li­sier­te Infor­ma­ti­ons- (und Ein­spruchs-) mög­lich­kei­ten der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Aus der Ant­wort (und der der Senats­ver­wal­tung) geht nicht her­vor, dass die DB einem “Lärm­schutz mit hohem Stan­dard” auf­ge­schlos­sen gegen­über­steht. Es ist viel­mehr davon aus­zu­ge­hen, dass sie sich auf den recht­li­chen Sta­tus bezieht, also nur das recht­lich Erfor­der­li­che pla­nen wird. Das wird dann zu prü­fen sein, wenn das Plan­ver­fah­ren tat­säch­lich ein­ge­lei­tet wird. Das Bezirks­amt wird sich wei­ter­hin mit sei­nen Mög­lich­kei­ten für die Infor­ma­ti­on der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und Lärm­schutz­maß­nah­men ein­set­zen.