Zukunft der Wochen­märk­te

Die FDP-Frak­ti­on im Bezirk hat­te eine grö­ße Anfra­ge zur Zukunft der Wochen­märk­te im Bezirk gestellt. Die Anfra­ge wur­de am 24.10. in der BVV dis­ku­tiert und das wei­te­re Vor­ge­hen beschlos­sen. Sowohl die Fra­gen, als auch die Ant­wor­ten des Bezirks sind unten ange­fügt.

Die Ver­le­gung des Mark­tes von der Main­zer Stra­ße auf den Bun­des­platz ging auf eine Anre­gung der Initia­ti­ve-Bun­des­platz zurück. Es war einer der gemein­sam im Rah­men der Zukunfts­werk­statt von den Anwoh­nern erar­bei­te­ten Vor­schlä­ge (vgl. Maß­nah­me 11 in der Doku­men­ta­ti­on zur Zukunfts­werk­statt).

Der­zeit ist zwar nach der unten auf­ge­führ­ten Tabel­le des Bezirks kein deut­li­cher Rück­gang der Markt­stän­de gegen­über den Vor­jah­ren fest­zu­stel­len. Gleich­zei­tig hat sich aber auch kein gegen­läu­fi­ger Trend ein­ge­stellt, wie mit der Ver­le­gung erhofft wor­den war. Auch der zusätz­lich neu geschaf­fe­ne Platz durch den Abriß der Hecke und die Neu­ge­stal­tung des Tun­nel­mun­des haben dar­an bis­her nichts geän­dert.

In der Ant­wort auf die FDP-Anfra­ge wird durch den zustän­di­gen Bezirks­stadt­rat neben ver­stärk­ten Wer­be­maß­nah­men auch eine Umfra­ge bei den Markt­be­trei­bern vor­ge­schla­gen.

Wer wei­te­re gute und hilf­rei­che Vor­schlä­ge hat, wie sich das Markt­ge­sche­hen wei­ter auf­wer­ten lies­se, kann sie gern dem Bezirks­stadt­rat zukom­men las­sen. Eine Rück­ver­la­ge­rung in die Main­zer Stras­se erscheint nicht ziel­füh­rend, denn auch dort waren es von Jahr zu Jahr immer weni­ger Stän­de.

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Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on: Wir fra­gen das Bezirks­amt

  1. Wie stellt sich die Ent­wick­lung der Aus­las­tung der zwölf exis­tie­ren­den Wochen­märk­te in Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf über die letz­ten fünf Jah­re dar
    (Anzahl an Standvermietungen/Händlern pro Wochen­markt, Grö­ße der Wochen­märk­te, ange­bo­te­ne Waren pro Wochen­markt, Anzahl an Nut­zern pro Wochen­markt)
  2. Wel­che Maß­nah­men hat das Bezirks­amt ergrif­fen, um die bestehen­den Wochen­märk­te in Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf attrak­ti­ver zu gestal­ten bzw. das Ange­bot an bezirk­li­chen Wochen­märk­ten noch zu ver­grö­ßern?
  3. Wie bewer­tet das Bezirks­amt die Qua­li­tät der Wochen­märk­te in Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf, ins­be­son­de­re in Bezug auf die Ange­bots­viel­falt, die Nach­hal­tig­keit, die Auf­ga­be als Nah­ver­sor­ger und die regio­na­le Ver­tei­lung im Bezirk?

Ant­wort auf die Gro­ße Anfra­ge zur 37. Sit­zung der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung am 24.10.2019

Betr.: Gro­ße Anfra­ge der FDP-Frak­ti­on

BV Recke/ Rexrodt/ Tschört­ner

betr.: Eine Zukunft für die Wochen­märk­te in C‑W?!

Drs. Nr.: 1323/5

Die Gro­ße Anfra­ge beant­wor­te ich für das Bezirks­amt wie folgt:

zu 1:

Die Grö­ße unse­rer Wochen­märk­te und die Anzahl an Händ­lern für die Jah­re 2014 bis 2019 sind aus der anlie­gen­den Tabel­le zu ent­neh­men.

Zu der Anzahl an Nut­zern kann kei­ne Anga­be gemacht wer­den.

Die Anzahl der Händ­ler gestal­tet sich wie folgt pro gesam­tem Kalen­der­jahr:

Wochen­markt Grö­ße in m² Händ­ler 2014 Händ­ler 2015 Händ­ler 2016 Händ­ler 2017 Händ­ler 2018 Händ­ler 2019 bis 09/19
Char­lot­ten­brun­ner Stra­ße 576 990 825 755 621 567 467
Eber­ba­cher Stra­ße 1677 3377 3203 3194 2827 2710 1961
Fehr­bel­li­ner Platz 477 2404 2451 2514 2392 2416 1754
Hohen­zol­lern­platz 1011 2206 1916 1643 1469 1463 1024
Karl-August-Platz 2076 8855 9106 9341 8992 9057 6730
Klau­sen­er­platz 930 1195 1032 977 670 628 416
Main­zer Stra­ße 717 507 519 498 481
Bun­des­platz 165 492 291
Mie­ren­dorff­platz 1188 1752 1530 1484 1392 1252 901
Nes­tor­stra­ße 840 1771 1626 1448 1338 1255 861
Preu­ßen­al­lee 1683 4446 4419 4122 3884 3715 2757
Richard-Wag­ner-Platz 267 272 252 261 231 258 167
Sua­rez­stra­ße 405 108 99 95 93 90 69

Ange­bo­te­ne Waren an den fol­gen­den Wochen­markt­stand­or­ten:

Char­lot­ten­brun­ner Stra­ße:

Brot und Back­wa­ren, Obst und Gemü­se, Blu­men und Pflan­zen, Kar­tof­feln, Käse, Fisch, tür­ki­sche Fein­kost, Imbiss

Eber­ba­cher Stra­ße:

Brot und Back­wa­ren, Obst und Gemü­se, Blu­men und Pflan­zen, Kar­tof­feln, Käse, Fisch, tür­ki­sche Fein­kost, Imbiss, pol­ni­sche Wurst­spe­zia­li­tä­ten, Tex­ti­li­en, Strick­wa­ren, Wild und Geflü­gel, Schuh- und Leder­wa­ren, Kurz­wa­ren, Öle, Imke­rei, Schmuck- und Uhren, Eier

Fehr­bel­li­ner Platz:

Brot und Back­wa­ren, Obst und Gemü­se, Kurz­wa­ren, Tex­ti­li­en, tür­ki­sche Fein­kost, frisch gepress­te Obst­säf­te, viel­fäl­ti­ge kuli­na­ri­sche Mit­tags­an­ge­bo­te

Hohen­zol­lern­platz:

Brot und Back­wa­ren, Obst und Gemü­se, Blu­men und Pflan­zen, Kar­tof­feln, tür­ki­sche Fein­kost, Käse, Imbiss, Fisch, medi­ter­ra­ne Fein­kost, Tex­ti­li­en, Eier, Honig

Karl-August-Platz:

Brot und Back­wa­ren, Obst und Gemü­se, Blu­men und Pflan­zen, Kar­tof­feln, tür­ki­sche Fein­kost, Käse, Imbiss, Fisch, pol­ni­sche Wurst­spe­zia­li­tä­ten, Tex­ti­li­en, Wild und Geflü­gel, Leder­wa­ren, Öle, Honig, Eier, Mode­schmuck, fran­zö­si­sche Wurst­spe­zia­li­tä­ten, frisch gepress­te Obst­säf­te, Scho­ko­la­de, alpi­ne Fein­kost, Edel­pil­ze, Filz­pan­tof­feln, Patis­se­rie, Käse­ku­chen­spe­zia­li­tä­ten, Gewür­ze Tee Kräu­ter, Küchen­uten­si­li­en, Tro­cken­früch­te, ita­lie­ni­sche Fein­kost, exo­ti­sche Fleisch­wa­ren, Schaf- und Zie­gen­kä­se­spe­zia­li­tä­ten, Fut­ter­mit­tel und Tier­be­darf, Wein aus eige­ner Her­stel­lung, frisch gerös­te­ter Kaf­fee

Klau­sen­er­platz:

Obst und Gemü­se, Blu­men und Pflan­zen, Kar­tof­feln, Fisch, Tex­ti­li­en, Fleisch und Wurst­wa­ren, Kurz­wa­ren

Bun­des­platz:

Obst und Gemü­se, Blu­men, Kar­tof­feln, Käse, pol­ni­sche Wurst­spe­zia­li­tä­ten, Tex­ti­li­en

Mie­ren­dorff­platz:

Brot und Back­wa­ren, Obst und Gemü­se, Blu­men und Pflan­zen, Kar­tof­feln, tür­ki­sche Fein­kost, Käse, Imbiss, Fisch, Fleisch und Wurst­wa­ren, Tex­ti­li­en

Nes­tor­stra­ße:

Brot und Back­wa­ren, Obst und Gemü­se, Blu­men und Pflan­zen, Kar­tof­feln, tür­ki­sche Fein­kost, Käse, Imbiss, Tex­ti­li­en, Schu­he und Taschen, Fisch, Wild und Geflü­gel, Kräu­ter, ita­lie­ni­sche Fein­kost

Preu­ßen­al­lee:

Brot und Back­wa­ren, Obst und Gemü­se, Blu­men und Pflan­zen, Kar­tof­feln, tür­ki­sche Fein­kost, Käse, Fisch, pol­ni­sche Wurst­spe­zia­li­tä­ten, Tex­ti­li­en, Strick­wa­ren, Wild und Geflü­gel, Öle, Honig, Eier, Pil­ze Pilz­pro­duk­te, Mode­schmuck, ita­lie­ni­sche Fein­kost, Schaf- und Zie­gen­kä­se­spe­zia­li­tä­ten, Fut­ter­mit­tel und Tier­be­darf, Wein aus eige­ner Her­stel­lung, frisch gerös­te­ter Kaf­fee, Tor­ten und Kuchen

Richard-Wag­ner-Platz:

Tex­ti­li­en, Taschen und Schu­he, Imbiss

Sua­rez­stra­ße:

Obst und Gemü­se, Eier

zu 2 und 3)

Grund­sätz­lich bestimmt die Nach­fra­ge der Kund­schaft das Ange­bot, inso­fern ist die Mög­lich­keit von Steue­rungs­maß­nah­men der Markt­ver­wal­tung bezüg­lich der unmit­tel­ba­ren Pro­dukt­nach­fra­ge gering. Im Jahr 2017 wur­de der Markt von der Main­zer Stra­ße auf den Bun­des­platz ver­legt, um für alle eine ange­neh­me­re Auf­ent­halts­qua­li­tät zu eta­blie­ren. Die Markt­ge­büh­ren sind seit Jah­ren sta­bil geblie­ben.

Die Ange­bots­viel­falt könn­te an eini­gen Stand­or­ten grö­ßer sein, aber auch hier ist die Markt­ver­wal­tung abhän­gig von der teil­neh­men­den Händ­ler­schaft, die sich an der Nach­fra­ge ori­en­tiert. Die „Betreu­ung“ der Händ­ler durch die Markt­ver­wal­tung vor Ort und im direk­tem Kon­takt ist daher uner­setz­lich.

Die Auf­ga­be des Wochen­mark­tes als Nah­ver­sor­ger ist nicht mehr exis­tent, die Wochen­märk­te bie­ten viel­mehr ein regio­na­les oder außer­ge­wöhn­li­ches Zusatz­an­ge­bot an und die­nen dabei gleich­zei­tig als Nach­bar­schafts­treff.

Die Wochen­märk­te befin­den sich nicht nur in unse­rem Bezirk in einem schwie­ri­gen Umfeld, dies liegt an geän­der­ten Ver­triebs­we­gen (zuneh­men­de groß­flä­chi­ge Ein­zel­han­dels­fi­li­lal­be­trie­be und zuneh­men­der Online – Kauf) sowie der demo­gra­phi­schen Struk­tur der Bevöl­ke­rung aber auch der Händ­le­rin­nen und Händ­ler selbst, die oft­mals kei­ne Nach­fol­ger mehr fin­den.

Es ist beab­sich­tigt, durch geziel­te Maß­nah­men (z. B. Aus­la­ge von Infor­ma­ti­ons­fly­ern zu den Öff­nungs­zei­ten der Wochen­märk­te in bezirk­li­chen Ein­rich­tun­gen) für die Wochen­märk­te zu wer­ben. Eben­so prü­fen wir gera­de, ob wir an den Dienst­fahr­zeu­gen für die Wochen­märk­te wer­ben kön­nen. Nach­dem auch der Bereich der Markt­ver­wal­tung inzwi­schen wie­der bes­ser besetzt ist, wer­den wir eben­so mit den Händ­lern über zeit­li­che Ver­la­ge­run­gen oder Ver­län­ge­run­gen spre­chen. Dazu ist bereits eine Umfra­ge in Erar­bei­tung.

Las­sen Sie mich abschlie­ßend ein kla­res Bekennt­nis zu den Wochen­märk­ten in bezirk­li­cher Hand abge­ben. Sie sind für mich ein wich­ti­ger Bestand­teil des Lebens in den Orts­tei­len und Kiezen.

Arne Herz

Bezirks­stadt­rat