Schlagwort-Archive: Rückbau autogerechte Stadt

Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Kirs­tin Bauch zum Bundesplatz

Im rbb-Abend­ma­ga­zin vom 05.02.2022 äußer­te sich Kirs­tin Bauch, die Bezirks­bür­ger­meis­te­rin von Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf, zum Bundesplatz:

„Schön wäre, wenn die­ser Tun­nel weg wäre oder zumin­dest nicht mehr für Autos genutzt wer­den wür­de und wenn die Stra­ßen schma­ler wer­den, damit man die­sen Platz anders nut­zen kann. (…) Ins­ge­samt braucht es ein Gesamt­kon­zept. Es geht um Reduk­ti­on, nicht nur um Umleitungen.”

Den gesam­ten rbb-Abend­schau Bei­trag, in den Frau Bauch ihren Lieb­lings­ort zeigt und erzählt, wo und wie sie grü­ne Akzen­te im Bezirk set­zen will, fin­den Sie hier (zum Bun­des­platz ab Minu­te 2:10, bzw. als­Aus­schnitt auf die­ser Sei­te). Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Kirs­tin Bauch zum Bun­des­platz wei­ter­le­sen

Aus­stel­lung Unvoll­ende­te Metropole

Am 05.11.2021 wur­de für Mit­glie­der der Initia­ti­ve Bun­des­platz e.V. eine Füh­rung durch die Aus­stel­lung “Unvoll­ende­te Metro­po­le – Städ­te­bau für Gross-Ber­lin” durch Herrn Prof. Dr. Boden­schatz im Beh­rens­bau in Ober­schö­ne­wei­de durch­ge­führt. Die Füh­rung war sehr infor­ma­tiv und kurz­wei­lig. Vie­len Dank dafür.

Bil­der von der Aus­stel­lung kön­nen hier oder hier abge­ru­fen werden.

„Vari­an­te 3“ am Brei­ten­bach­platz schafft Poten­zi­al für die men­schen­ge­rech­te Stadt

Die Initia­ti­ve Bun­des­platz e.V. unter­stützt die Posi­tio­nen der Initia­ti­ve Brei­ten­bach­platz e.V. zum Rück­bau der Brü­cke am Brei­ten­bach­platz inklu­si­ve der Ram­pen, sowie das Schlie­ßen des Tun­nels Schlan­gen­ba­der Stra­ße in der Vari­an­te 3 – sie­he hier. Es ist posi­tiv, dass alle drei zur Dis­kus­si­on ste­hen­den Alter­na­ti­ven einem Rück­bau der Brü­cke vor­se­hen. Ohne­hin ist die Fra­ge nicht Abriss oder nicht, son­dern die Brü­cke muss wegen der maro­den Bau­sub­stanz ohne­hin abge­ris­sen wer­den. Die Fra­ge ist also Wie­der­auf­bau oder eine den aktu­el­len Bedürf­nis­sen ange­pass­te Umgestaltung.

Die Vari­an­te 3 scheint hin­sicht­lich der Lebens­qua­li­tät und Nach­hal­tig­keit und ins­be­son­de­re des Poten­zi­als für bes­se­re Nut­zungs­kon­zep­te die Vor­zugs­va­ri­an­te zu sein. Mit Vari­an­te 3 kön­nen der Brei­ten­bach­platz selbst, aber auch die Quar­tie­re an der Schlan­gen­ba­der Stra­ße men­schen­ge­recht-modern gestal­tet wer­den, was die heu­te über­di­men­sio­nier­ten (Auto-)Verkehrsanlagen ins­be­son­de­re durch die Brü­cke und Ram­pen in sei­ner Umge­bung nicht zulas­sen. „Vari­an­te 3“ am Brei­ten­bach­platz schafft Poten­zi­al für die men­schen­ge­rech­te Stadt wei­ter­le­sen

Online-Peti­ti­on zum Vor­ha­ben Mühlendammbrücke

Wei­ter­ga­be einer Anfra­ge mit der Bit­te um Unterstützung.

Der Ber­li­ner Senat plan­te bereits Ende Sep­tem­ber die­sen Jah­res den euro­pa­wei­ten Wett­be­werb zum Neu­bau der “Müh­len­damm­brü­cke“ ohne Betei­li­gung auszuloben.

Die Aus­schrei­bung wäre nach einer Ver­öf­fent­li­chung nicht mehr zu stop­pen und es soll­te dann ab 2023 eine 45m brei­te Brü­cke mit 2–3 KFZ-Spu­ren je Fahrt­rich­tung gebaut wer­den. Ein sol­ches Brü­cken­bau­werk ist i.d.R. auf eine Nut­zungs­dau­er von 80 Jah­ren aus­ge­legt und domi­niert so über Jahr­zehn­te den his­to­ri­schen Stadt­kern. Die Aus­lo­bung wur­de auf Grund des Drucks von Initia­ti­ven zwar vor­erst ver­scho­ben, doch dies ist wei­ter­hin jeder­zeit mög­lich, wenn der öffent­li­che Druck nachlässt!

Das von der Senats­ver­wal­tung geplan­te Brü­cken­vor­ha­ben ist über­di­men­sio­niert, vor allem hin­sicht­lich der gesetz­ten Kli­ma­zie­le und ange­streb­ten Redu­zie­rung des Durch­gangs­ver­kehrs in der Ber­li­ner Innen­stadt. Gleich­zei­tig wer­den gera­de hohe, zwei­stel­li­ge Mil­lio­nen­be­trä­ge zur Reak­ti­vie­rung und Umge­stal­tung des Niko­lai­vier­tels und des Mol­ken­mark­tes inves­tiert, die durch das geplan­te Bau­werk ad absur­dum geführt wür­den. Im Jahr 2030, wenn die Brü­cke dann fer­tig gebaut sein wird, wird es in Ber­lins his­to­ri­scher Mit­te schließ­lich ganz anders aussehen. 
Eine Müh­len­damm­brü­cke mit nur rund 32m Brei­te hät­te genü­gend Kapa­zi­tät, alle Ver­kehrs­teil­neh­mer (Fuß­gän­ger, Rad­fah­rer, Auto­fah­rer, City-Tram-Benut­zer) gleich­be­rech­tigt am Ver­kehr teil­ha­ben zu las­sen. Mit die­ser Brei­te könn­te die Brü­cken­flä­che um über 1.500 qm ver­klei­nert wer­den, was immense Planungs‑, Bau- und Unter­hal­tungs­kos­ten einspart.

Dies ist eine der wich­tigs­ten Ent­schei­dun­gen für die Ber­li­ner Innen­stadt, die auf Jahr­zehn­te die Ver­kehrs­strö­me und den Durch­gangs­ver­kehr kana­li­siert und Ein­fluss auf alle Anlie­ger vom Alex­an­der­platz, über Gru­n­er­str., Klos­ter­vier­tel, Mol­ken­markt-Quar­tier, Niko­lai­vier­tel, Fischer­insel, Spit­tel­markt, die gesam­te Leip­zi­ger Stra­ße bis Pots­da­mer Platz und dar­über hin­aus für die Pots­da­mer Stra­ße hat.

Eine ein­zi­ge “Online-Fra­ge­stun­de” ist kein Betei­li­gungs­pro­zess – es ist ein Hohn. Daher wur­de von den Organisatoren

  • IG Leip­zi­ger Stra­ße e.V. (Inter­es­sen­ge­mein­schaft Leip­zi­ger Str. Berlin-Mitte)
  • Chan­ging Cities Cen­tral – Netz­werk Fahr­rad­freund­li­che Mit­te (Chan­ging Cities e.V.) 
  • VCD Nord­ost (Ver­kehrs­club Deutsch­land Lan­des­ver­band Nord­ost e.V.)

eine Peti­ti­on orga­ni­siert, ein­for­dert, das Ver­fah­ren sofort zu stop­pen und eine stadt­ver­träg­li­che Lösun­gen inklu­si­ve ange­mes­se­ner demo­kra­ti­scher Mit­wir­kung vorzusehen. 

Der Link zur Peti­ti­on und aus­führ­li­che wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen unter: http://​chng​.it/​7​K​Q​Z​r​C​k​MH2

Ein Platz vol­ler Geschich­ten: 1920 Kai­ser­platz I Bun­des­platz 2020

Herz eines städ­te­bau­li­chen Gesamtkunstwerkes?

Der in den Zwan­zi­gern umge­stal­te­te Kai­ser­platz ist nur einer der vie­len ver­lo­re­nen Plät­ze des moder­nen, mitt­ler­wei­le weit­ge­hend ver­ges­se­nen Gar­ten­künst­lers Richard Thie­me. Sei­ne 42 Jah­re lan­ge wäh­ren­de Tätig­keit für die Grün­ge­stal­tung Wil­mers­dorfs war sein Lebens­werk. Wäh­rend die in der Hälf­te der Zeit ent­stan­de­nen Grün­an­la­gen sei­nes berühm­ten Kol­le­gen Erwin Barth in Char­lot­ten­burg zum Groß­teil erhal­ten bzw. rekonstruiert
wer­den konn­ten, sind Thie­mes Wil­mers­dor­fer Platz­ge­stal­tun­gen gänz­lich in Ver­ges­sen­heit gera­ten und wer­den sprich­wört­lich vom Ver­kehr überrollt.

Bereits 1928 zeugt ein Luft­bild von der durch­gän­gi­gen, hoch­wer­ti­gen Grün­ge­stal­tung des Bezirks: Rings um den dama­li­gen Kai­ser­platz doku­men­tie­ren moder­ne Grün­an­la­gen mit Kin­der­spiel­be­rei­chen und aus­dau­ern­den Stau­den­pflan­zun­gen, wohl­pro­por­tio­nier­te Stadt­stra­ßen mit grü­nem Gleis­bett und Vor­gar­ten­zo­nen das stil­le Werk Richard Thie­mes. Ledig­lich im mitt­le­ren Teil des Volks­par­kes konn­te er sei­ne Ideen nie umsetzen.

Die als Carstenn‘sche Figur berühmt und beliebt gewor­de­ne Wohn­ge­gend um den Bun­des­platz ist in ihren Grund- und Stra­ßen­zü­gen weit­ge­hend erhal­ten geblie­ben. Sie lebt wei­ter­hin von ihren indi­vi­du­ell gestal­te­ten Stadt­plät­zen und beson­de­ren Stra­ßen­ver­läu­fen, die der Wege­füh­rung in einer Park­an­la­ge ähneln. Der Ver­lust von frei­raum­pla­ne­ri­schen Qua­li­tä­ten wird zumeist mit Kriegs­schä­den erklärt. De fac­to wur­den die­se Qua­li­tä­ten jedoch erst in den Sech­zi­gern dem Auto­ver­kehr, der soge­nann­ten „Auto­ge­rech­ten Stadt“ geop­fert. Dage­gen pro­tes­tie­ren neben der Initia­ti­ve Bun­des­platz fünf wei­te­re Initia­ti­ven im Süd­wes­ten Ber­lins, die sich zu dem Netz­werk „Men­schen­ge­rech­te Stadt“ zusam­men­ge­schlos­sen haben.

Vier Stadt­spa­zier­gän­ge

Vier Stadt­spa­zier­gän­ge erzäh­len von dem „Platz vol­ler Geschichten“,
ins­be­son­de­re aus dem Blick­win­kel der berühm­ten, am Platz woh­nen­den und arbei­ten­den Foto­gra­fen Fritz Eschen und Fried­rich Sei­den­stü­cker. Die im Stadt­raum ver­or­te­ten Foto­stand­or­te sol­len mit­tels QR-Code mar­kiert werden.

Die Initia­ti­ve Bun­des­platz, ver­tre­ten durch die Land­schafts­ar­chi­tek­tin Chris­ti­na Kau­tz lädt Sie hier­mit ein zu ins­ge­samt vier Stadtspaziergängen:

Am Mon­tag, den 12. Okto­ber 2020 – 15:00 Uhr
Treff­punkt vor der Cari­tas am Bun­des­platz 18 – Ecke Tübin­ger Stra­ße – ausgebucht -

Am Mon­tag, den 12. Okto­ber 2020 – 16:30 Uhr
Treff­punkt vor dem Gebäu­de der BGHW an der Bun­des­al­lee 57/58 – ausgebucht -

Am Diens­tag, den 20. Okto­ber 2020 – 15:00 Uhr
Treff­punkt vor der Cari­tas am Bun­des­platz 18 – Ecke Tübin­ger Stra­ße – ausgebucht -

Am Diens­tag, den 20. Okto­ber 2020 – 16:30 Uhr
Treff­punkt vor dem Gebäu­de der BGHW an der Bun­des­al­lee 57/58 – ausgebucht -

Die Füh­run­gen wer­den unter Beach­tung der Abstands­re­geln und mit Head-Sets durch­ge­führt. Des­halb ist die Teil­neh­mer­zahl auf jeweils zehn Per­so­nen begrenzt.

Wir bit­ten Sie des­halb um recht­zei­ti­ge Anmel­dung per email unter Anga­be Ihres Namens und Ihrer Tele­fon­num­mer an:
info@​initiative-​bundesplatz.​de