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„Vari­an­te 3“ am Brei­ten­bach­platz schafft Poten­zi­al für die men­schen­ge­rech­te Stadt

Die Initia­ti­ve Bun­des­platz e.V. unter­stützt die Posi­tio­nen der Initia­ti­ve Brei­ten­bach­platz e.V. zum Rück­bau der Brü­cke am Brei­ten­bach­platz inklu­si­ve der Ram­pen, sowie das Schlie­ßen des Tun­nels Schlan­gen­ba­der Stra­ße in der Vari­an­te 3 – sie­he hier. Es ist posi­tiv, dass alle drei zur Dis­kus­si­on ste­hen­den Alter­na­ti­ven einem Rück­bau der Brü­cke vor­se­hen. Ohne­hin ist die Fra­ge nicht Abriss oder nicht, son­dern die Brü­cke muss wegen der maro­den Bau­sub­stanz ohne­hin abge­ris­sen wer­den. Die Fra­ge ist also Wie­der­auf­bau oder eine den aktu­el­len Bedürf­nis­sen ange­pass­te Umgestaltung.

Die Vari­an­te 3 scheint hin­sicht­lich der Lebens­qua­li­tät und Nach­hal­tig­keit und ins­be­son­de­re des Poten­zi­als für bes­se­re Nut­zungs­kon­zep­te die Vor­zugs­va­ri­an­te zu sein. Mit Vari­an­te 3 kön­nen der Brei­ten­bach­platz selbst, aber auch die Quar­tie­re an der Schlan­gen­ba­der Stra­ße men­schen­ge­recht-modern gestal­tet wer­den, was die heu­te über­di­men­sio­nier­ten (Auto-)Verkehrsanlagen ins­be­son­de­re durch die Brü­cke und Ram­pen in sei­ner Umge­bung nicht zulas­sen.

Online-Peti­ti­on zum Vor­ha­ben Mühlendammbrücke

Wei­ter­ga­be einer Anfra­ge mit der Bit­te um Unterstützung.

Der Ber­li­ner Senat plan­te bereits Ende Sep­tem­ber die­sen Jah­res den euro­pa­wei­ten Wett­be­werb zum Neu­bau der “Müh­len­damm­brü­cke“ ohne Betei­li­gung auszuloben.

Die Aus­schrei­bung wäre nach einer Ver­öf­fent­li­chung nicht mehr zu stop­pen und es soll­te dann ab 2023 eine 45m brei­te Brü­cke mit 2–3 KFZ-Spu­ren je Fahrt­rich­tung gebaut wer­den. Ein sol­ches Brü­cken­bau­werk ist i.d.R. auf eine Nut­zungs­dau­er von 80 Jah­ren aus­ge­legt und domi­niert so über Jahr­zehn­te den his­to­ri­schen Stadt­kern. Die Aus­lo­bung wur­de auf Grund des Drucks von Initia­ti­ven zwar vor­erst ver­scho­ben, doch dies ist wei­ter­hin jeder­zeit mög­lich, wenn der öffent­li­che Druck nach­lässt!

Ein Platz vol­ler Geschich­ten: 1920 Kai­ser­platz I Bun­des­platz 2020

Herz eines städ­te­bau­li­chen Gesamtkunstwerkes?

Der in den Zwan­zi­gern umge­stal­te­te Kai­ser­platz ist nur einer der vie­len ver­lo­re­nen Plät­ze des moder­nen, mitt­ler­wei­le weit­ge­hend ver­ges­se­nen Gar­ten­künst­lers Richard Thie­me. Sei­ne 42 Jah­re lan­ge wäh­ren­de Tätig­keit für die Grün­ge­stal­tung Wil­mers­dorfs war sein Lebens­werk. Wäh­rend die in der Hälf­te der Zeit ent­stan­de­nen Grün­an­la­gen sei­nes berühm­ten Kol­le­gen Erwin Barth in Char­lot­ten­burg zum Groß­teil erhal­ten bzw. rekonstruiert
wer­den konn­ten, sind Thie­mes Wil­mers­dor­fer Platz­ge­stal­tun­gen gänz­lich in Ver­ges­sen­heit gera­ten und wer­den sprich­wört­lich vom Ver­kehr überrollt.

Bereits 1928 zeugt ein Luft­bild von der durch­gän­gi­gen, hoch­wer­ti­gen Grün­ge­stal­tung des Bezirks: Rings um den dama­li­gen Kai­ser­platz doku­men­tie­ren moder­ne Grün­an­la­gen mit Kin­der­spiel­be­rei­chen und aus­dau­ern­den Stau­den­pflan­zun­gen, wohl­pro­por­tio­nier­te Stadt­stra­ßen mit grü­nem Gleis­bett und Vor­gar­ten­zo­nen das stil­le Werk Richard Thie­mes. Ledig­lich im mitt­le­ren Teil des Volks­par­kes konn­te er sei­ne Ideen nie umset­zen.