Alle Beiträge von Birgitta Berhorst

Par­ti­zi­pa­ti­on – Mode­wort oder ernst gemeint? Wien nimmt sei­ne Bür­ger mit

(SP) Die Betei­li­gung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger an der Stadt­ent­wick­lung und an Pla­nungs­ver­fah­ren ist spä­tes­tens seit dem Bür­ger­ent­scheid zum Flug­ha­fen­ge­län­de Tem­pel­hof auch in Ber­lin in aller Mun­de. Aber wie ernst gemeint sind hier­zu­lan­de die soge­nann­ten Ange­bo­te, Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner über die gesetz­lich gere­gel­ten Ver­fah­ren hin­aus früh­zei­tig in Pla­nun­gen ein­zu­bin­den, loka­les Know-how zu inte­grie­ren und auf Augen­hö­he zu dis­ku­tie­ren und zu ent­schei­den? Eini­ge Pro­jek­te wie der geplan­te öffent­li­che Dia­log zum “Rat­haus­fo­rum” in Mit­te geben Anlass zur Hoff­nung. Jedoch fehlt ein für alle Pla­nungs­trä­ger in Ber­lin ver­bind­li­ches trans­pa­ren­tes, kom­mu­ni­ka­ti­ves Ver­fah­ren, das aus ein­zel­nen guten Ansät­zen ech­te Par­ti­zi­pa­ti­on macht.

Wie­der geht Wien mit gutem Bei­spiel vor­an. Soeben hat der Magis­trat der öster­rei­chi­schen Haupt­stadt sei­nen “Mas­ter­plan für eine par­ti­zi­pa­to­ri­sche Stadt­ent­wick­lung” öffent­lich zur Dis­kus­si­on gestellt. Im Som­mer 2015 soll der Plan ver­ab­schie­det wer­den.

Euro­päi­sche Haupt­städ­te gehen neue Mobi­li­täts­we­ge – Ber­lin fällt ab

(SP) Nicht nur Wien geht neue Wege in Sachen Mobi­li­tät (s. Bei­trag auf die­ser Sei­te vom 28. Febru­ar), auch die Haupt­städ­te Paris und Madrid legen jetzt neue Kon­zep­te für die Redu­zie­rung der Belas­tun­gen durch den Ini­di­vi­du­al- und Güter­ver­kehr vor. Allein Ber­lin ver­harrt in ver­al­te­ten Struk­tu­ren und Denk­mus­tern. Per­so­nal­man­gel allein kann hier nicht der Grund sein, viel­mehr feh­len polit­scher Wil­le und Kon­zep­te.

So plant die neue Pari­ser Bür­ger­meis­te­rin Anne Hidal­go die Umwid­mung der vier zen­tra­len Innen­stadt­be­zir­ke zu “Halb­fuß­gän­ger­zo­nen”, in denen zukünf­tig nur noch Bus­se, Fahr­rä­der, Taxis, Lie­fer­wa­gen, Ret­tungs­fahr­zeu­ge und Anwoh­ner-PKW ver­keh­ren dür­fen. Zunächst nur am Wochen­en­de, dann aber schritt­wei­se auch an den Wochen­ta­gen. Dar­über hin­aus wird – mit weni­gen Aus­nah­men – flä­chen­de­ckend Tem­po 30 ein­ge­führt. Auch Begeg­nungs­zo­nen, in denen Fuß­gän­ger und Fahr­rad­fah­rer Prio­ri­tät haben, wer­den ein­ge­rich­tet. In Ber­lin wird das sei­tens der Senats­ver­wal­tung stets als “nicht rea­li­sier­bar” abge­lehnt.

Ein­la­dung zum Mit­glie­der­treff

Mitgliedertreffen in den Räumen der Caritas am Bundesplatz
Mit­glie­der­tref­fen in den Räu­men der Cari­tas am Bun­des­platz

(SP) Am Diens­tag, den 03. März, um 20.00 Uhr, fin­det der nächs­te Mit­glie­der­treff der Initia­ti­ve Bun­des­platz e.V. im Bis­tro der Cari­tas, Bundesplatz/Ecke Tübin­ger Stra­ße, statt.

Neben den Infor­ma­tio­nen des Vor­stands u.a. zum aktu­el­len Sach­stand über den Bau­an­trag des Bezirks Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf für die Fuß­gän­ger­über­gän­ge an den Span­gen des Bun­des­plat­zes und zum Jah­res­auf­takt­ge­spräch mit dem Grün­flä­chen­amt wol­len wir über die Auf­ga­ben und Orga­ni­sa­ti­on der Arbeits­grup­pen dis­ku­tie­ren und Ter­mi­ne für die nächs­ten Aktio­nen der Initia­ti­ve fest­le­gen.

Wir freu­en uns auf Ihr Kom­men!

Düs­te­re Zukunft für Rad­fah­rer – Still­stand in Ber­li­ner Ver­kehrs­pla­nung

(SP) Was ist eigent­lich aus der Rad­ver­kehrs­stra­te­gie des Ber­li­ner Senats gewor­den, die Anfang März 2013 mit 80 geplan­ten Maß­nah­men und viel Tam­tam neu gestar­tet wur­de? Glaubt man einem Bericht des Tages­spie­gels vom 16. Febru­ar: nicht all­zu­viel! Weder wur­de die Per­so­nal­aus­stat­tung in den Bezir­ken, bei der Poli­zei oder der Senats­ver­wal­tung, wie gefor­dert und beschlos­sen, ver­bes­sert, noch wur­den die ver­spro­che­nen drei Modell­pro­jek­te zur Unfall­ver­mei­dung an Kreu­zun­gen über­haupt ange­sto­ßen. Vom per­so­nel­len und struk­tu­rel­len Not­stand bei der Ver­kehrs­len­kung Ber­lin ganz zu schwei­gen.

Wie häu­fig in unse­rer Stadt schie­ben sich die Betei­lig­ten – und hier in ers­ter Linie die Senats­ver­wal­tun­gen – die Schuld gegen­sei­tig zu. Unter die­sen Bedin­gun­gen sind Ver­bes­se­run­gen für Rad­fah­rer sowie neue und zukunfts­wei­sen­de Ver­kehrs­kon­zep­te auf lan­ge Sicht nicht zu erwar­ten. Der zu erwar­ten­de admi­nis­tra­ti­ve und poli­ti­sche Still­stand vor dem Wahl­kampf 2016 lässt dar­über hin­aus nicht Gutes ahnen.