Schwer­punkt im Wis­sen­schafts­jahr 2015: Die Zukunft der Stadt

Im Wis­sen­schafts­jahr 2015 laden die Helm­holtz-Gemein­schaft und die Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin zu gemein­sa­men Sonn­tags­vor­le­sun­gen ein: „Zukunfts­stadt“ lau­tet das Ober­the­ma, wenn „Unter den Lin­den“ in bes­ter Ber­li­ner Wis­sen­schafts­tra­di­ti­on aktu­el­le For­schungs­fra­gen der Stadt­ent­wick­lung aus unter­schied­li­chen Blick­win­keln dis­ku­tiert wer­den.

„Wie leben wir mor­gen – Die Stadt der Zukunft liegt in unse­rer Hand!” -

Bei den Sonn­tags­vor­le­sun­gen dreht es sich um die Stadt von mor­gen: Wie wer­den wir uns fort­be­we­gen – mit dem guten alten Auto oder mit selbst­fah­ren­den Fahr­zeu­gen? Sol­len wir viel­leicht doch lie­ber aufs Land zie­hen? Und: Was ist mit der Ver­sor­gung – wer­den wir genü­gend Ener­gie und Nah­rung haben? Im Anschluss an die Vor­le­sun­gen besteht gene­rell die Mög­lich­keit, Fra­gen zu stel­len und mit den Exper­ten zu dis­ku­tie­ren.

Mobi­li­tät braucht men­schen- und umwelt­ge­rech­ten Ver­kehr: Wie Wien sich auf die Zukunft vor­be­rei­tet

(WS) Vor­weg eine gute Nach­richt: Ber­lin wächst rasant, immer mehr Men­schen ent­schei­den sich, hier ihren Lebens­mit­tel­punkt zu neh­men. Was lei­der nicht in der glei­cher Dyna­mik mit­wächst, ist die Bereit­schaft der Ber­li­ner Lan­des­po­li­tik, dar­aus recht­zei­tig die rich­ti­gen Schlüs­se zu zie­hen. Neben der Woh­nungs­bau- und Mie­ten­po­li­tik, in der viel zu spät eine Wei­chen­stel­lung erfolg­te (dafür konn­te es in den “Nuller­jah­ren” bei der Pri­va­ti­sie­rung lan­des­ei­ge­ner Woh­nun­gen nicht schnell genug gehen), droht Ber­lin ein wei­te­res Fias­ko auf einem wich­ti­gen Zukunfts­feld: in der Mobi­li­täts­po­li­tik. Dabei ist sie die Grund­la­ge für die wei­te­re posi­ti­ve Ent­wick­lung der Stadt.

Ein­la­dung zum Mit­glie­der­treff

Mitgliedertreffen in den Räumen der Caritas am Bundesplatz
Mit­glie­der­tref­fen in den Räu­men der Cari­tas am Bun­des­platz

(SP) Am Diens­tag, den 03. März, um 20.00 Uhr, fin­det der nächs­te Mit­glie­der­treff der Initia­ti­ve Bun­des­platz e.V. im Bis­tro der Cari­tas, Bundesplatz/Ecke Tübin­ger Stra­ße, statt.

Neben den Infor­ma­tio­nen des Vor­stands u.a. zum aktu­el­len Sach­stand über den Bau­an­trag des Bezirks Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf für die Fuß­gän­ger­über­gän­ge an den Span­gen des Bun­des­plat­zes und zum Jah­res­auf­takt­ge­spräch mit dem Grün­flä­chen­amt wol­len wir über die Auf­ga­ben und Orga­ni­sa­ti­on der Arbeits­grup­pen dis­ku­tie­ren und Ter­mi­ne für die nächs­ten Aktio­nen der Initia­ti­ve fest­le­gen.

Wir freu­en uns auf Ihr Kom­men!

Lesens­wer­ter Debat­ten­bei­trag zu Olym­pia: Lon­don als abschre­cken­des Bei­spiel

(WS) Das Mit­glied im Fach­bei­rat der Initia­ti­ve Bun­des­platz e.V., Dr. Cor­de­lia Polin­na (DASL I SRL) Stadt­pla­ne­rin, Mit­glied im Wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat für das Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept Ber­lin 2030 und aus­ge­wie­se­ne Lon­don-Exper­tin hat sich in einem Gast­kom­men­tar in der Online-Aus­ga­be des Tages­spie­gels mit dem “Ver­mächt­nis der Spie­le” in der bri­ti­schen Haupt­stadt beschäf­tigt. Ein lesens­wer­ter Debat­ten­bei­trag, der hell­hö­rig macht und ein­lädt, dar­über nach­zu­den­ken, ob man­che Ver­spre­chen alter­na­ti­ver Spie­le nicht nur “heis­se Luft” sind.

“Cacator/cave malu”: Schon die Anti­ke kann­te ein Pro­blem des Bun­des­plat­zes

(WS) Die alten Grie­chen und Römer hat­ten ein pro­ba­tes Mit­tel mit “Umwelt­sün­dern” umzu­ge­hen, die sich nicht an zwi­schen­mensch­li­che Gepflo­gen­hei­ten im öffent­li­chen Raum hiel­ten: Sie droh­ten mit dem Zorn der Göt­ter, wenn ihre Mit­bür­ger ihren Bedürf­nis­sen in aller Öffent­lich­keit nach­gin­gen, so wie es heu­te, 2000 Jah­re spä­ter, am Bun­des­platz wie­der gang und gebe ist. Dr. Gian Fran­co Chiai, Alt­his­to­ri­ker und Phi­lo­lo­ge, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Arbeits­be­reich “His­to­ri­sche Geo­gra­phie des anti­ken Mit­tel­meer­rau­mes” berich­tet von einer Inschrift und einer Wand­ma­le­rei an einem Gebäu­de in Pom­pe­ji: “Caca­tor /cave malu” (dt. “Schei­ßer, hüte Dich vor Ärger”) ruft dort eine zor­ni­ge Göt­tin einem hocken­den Mann zu. Mensch­li­che Exkre­men­te waren oft ein Aus­lö­ser für Krank­hei­ten und Ver­un­rei­ni­gun­gen der Umge­bung. Dr. Chiai ist sich sicher: Die Pro­ble­me wur­den erkannt und the­ma­ti­siert.

Düs­te­re Zukunft für Rad­fah­rer – Still­stand in Ber­li­ner Ver­kehrs­pla­nung

(SP) Was ist eigent­lich aus der Rad­ver­kehrs­stra­te­gie des Ber­li­ner Senats gewor­den, die Anfang März 2013 mit 80 geplan­ten Maß­nah­men und viel Tam­tam neu gestar­tet wur­de? Glaubt man einem Bericht des Tages­spie­gels vom 16. Febru­ar: nicht all­zu­viel! Weder wur­de die Per­so­nal­aus­stat­tung in den Bezir­ken, bei der Poli­zei oder der Senats­ver­wal­tung, wie gefor­dert und beschlos­sen, ver­bes­sert, noch wur­den die ver­spro­che­nen drei Modell­pro­jek­te zur Unfall­ver­mei­dung an Kreu­zun­gen über­haupt ange­sto­ßen. Vom per­so­nel­len und struk­tu­rel­len Not­stand bei der Ver­kehrs­len­kung Ber­lin ganz zu schwei­gen.

Wie häu­fig in unse­rer Stadt schie­ben sich die Betei­lig­ten – und hier in ers­ter Linie die Senats­ver­wal­tun­gen – die Schuld gegen­sei­tig zu. Unter die­sen Bedin­gun­gen sind Ver­bes­se­run­gen für Rad­fah­rer sowie neue und zukunfts­wei­sen­de Ver­kehrs­kon­zep­te auf lan­ge Sicht nicht zu erwar­ten. Der zu erwar­ten­de admi­nis­tra­ti­ve und poli­ti­sche Still­stand vor dem Wahl­kampf 2016 lässt dar­über hin­aus nicht Gutes ahnen.

Ver­kehr­te Welt: Am Oli­va­er Platz kein Mut zur qua­li­tät­vol­len Stadt ?

(WS) Demo­gra­fi­sche Ver­än­de­run­gen, neue Nut­zungs­an­sprü­che und geän­der­te Lebens­sti­le füh­ren zu neu­en Anfor­de­run­gen an den öffent­li­chen Raum. Ins­be­son­de­re die Stadt­plät­ze sol­len All­tags­be­we­gung för­dern, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Begeg­nung unter­stüt­zen, Ent­span­nung und Auf­ent­halt ermög­li­chen. Anwoh­ner des Bun­des­plat­zes und der anlie­gen­den Quar­tie­re in Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf, die sich in einer Initia­ti­ve gemein­sam enga­gie­ren, for­dern von Bezirk und Senat schon seit Jah­ren mehr Lebens- und Stadt­qua­li­tät für ihren Platz ein. Die knap­pen finan­zi­el­len und per­so­nel­len Res­sour­cen in der Bezirks- und Lan­des­ver­wal­tung haben aber eine Neu­ge­stal­tung die­ses wich­ti­gen inner­städ­ti­schen Plat­zes bis­lang ver­hin­dert.

Ver­schenkt Ber­lin stadt­räum­li­ches Poten­zi­al fürs Woh­nen?

(WS) Die Auf­ga­ben, vor denen der Ber­li­ner Senat steht, sind alles ande­re als tri­vi­al: Eine hohe Lebens- und Umwelt­qua­li­tät soll in der Stadt gewähr­leis­tet sein, eben­so wie ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Wirt­schafts­wachs­tum. Das ist schon schwer genug. Hin­zu kommt eine Auf­ga­be, die in ihrer Dra­ma­tik immer noch unter­schätzt wird: Ber­lin wächst und braucht drin­gend inner­städ­ti­sche Flä­chen für erschwing­li­chen Wohn­raum. Ande­re euro­päi­sche Metro­po­len haben schon längst “Leit­in­itia­ti­ven zur Boden­mo­bi­li­sie­rung für das Stadt­wachs­tum” ent­wi­ckelt und sind dabei hoch krea­tiv. Sie wid­men inner­städ­ti­sche, ehe­mals von der Bahn für den über­re­gio­na­len Güter­fern­ver­kehr genutz­te Flä­chen für den Woh­nungs­bau oder die Ansied­lung von Klein­un­ter­neh­men um und lei­ten den Güter­fern­ver­kehr über Außen­rin­ge um die Städ­te.

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